Yoga

Immer mehr Menschen in Deutschland praktizieren Yoga. Sie lernen es in Yoga-Schulen, bei privaten Lehreren oder in Kursen der Volkshochschule. Es ist nicht untertrieben, wenn man von einem regelrechten Boom spricht.

Indische Philosphie

Yoga ist eine indische Philosophie, die auf geistigen und körperlichen Übungen basiert. Der Begriff Yoga leitet sich von dem sanskritischen Wort für „Vereinigung“ ab: Körper und Seele sollen sich gemeinsam zu einer Konzentration anspannen. Yoga ist nach der überkommenen buddhistischen Lehre ein spiritueller Weg, der den Menschen durch Meditation und Askese zur Erleuchtung leiten soll. Das Ziel, der angestrebte Zustand beim Yoga ist eine völlige Loslösung der Seele vom Körper. Yogatechniken setzen sich zusammen aus Konzentrations- und Atmungsübungen und greifen auf bestimmten Körperhaltungen zurück, den Asanas. Der Geist soll die Herrschaft über den eigenen Körper erlangen, besonders über die Organe, die normalerweise nicht dem Willenseinfluss und der gesteuerten Kontrolle unterliegen. Regelmäßiges Praktizieren von Yoga, also Yogaübungen, steigert das Wohlbefinden. Deshalb nutzt man Yoga heute auch als Therapie bei vielen körperlichen Beschwerden. Im Westen, den USA und Europa, übt man Yoga seit den 1970 vor allem als Methode zur Entspannung von Geist und Körper in der Form des klassischen „Hatha Yoga“. Andere Formen, die aus dem klassischen Yoga entstanden sind, sind das dynamischere Kundalini-Yoga, die fließenden Übungen des Tri-Yogas oder das individuell Vini-Yoga.

Das klassische Yoga

Yoga wird zu den sechs klassischen Schulen der indischen Philosophie gezählt. Neben Yoga als praktischen Erlösungsweg gibt es dort die so genannte „Nyaya“, die Schule der Logik, die „Vaisheshika“, die naturphilosophische Lehre, außerdem die „Samkhya“, die dualistische Erlösungsphilosophie, die „Purva Mimansa“, welche die Erkenntnisphilosophie betitelt und die „Vedanta“, welche die monistische Erlösungsphilosophie meint.

Indische Schriften

Bereits in den älteren Upanishaden, einer Sammlung von philosophischen Schriften, wurden um 700 v. Chr. Atemübungen und das Ausschalten der Sinne zwecks einer Erleuchtung erwähnt. 400 Jahre später nahm Yoga bereits einen bedeutenden Platz in der hinduistischen und buddhistischen Religion ein. Klassische indische Schriften nennen vier Yogawege: Raja Yoga nennen sich die meditativ orientierten Stufen des Achtgliedrigen Yoga nach Patanjali, „Jnana Yoga“ als das Yoga der Erkenntnis, das „Karma Yoga“ als Yoga des selbstlosen Handelns und zuletzt das „Bhakti Yoga“ als das Yoga der Hingabe an Gott.

Heute gibt es in jeder größeren Stadt Yogaschulen, welche ein modernes Yoga lehren, welches zur Entspannung und Selbstfindung dient.