Pilgern auf dem Jakobsweg

Pilgern geht auf das Mittelalter zurück. Um eine Vergebung der Sünden zu erreichen, war es Sitte, nach Santiago de Compostela über den Jakobsweg zu gehen. In der dortigen Kathedrale ruhen seit alters die Gebeine des heiligen Jakobus, einer der Apostel Jesus Christus.

Pilgerweg

Allgemein ist ein Pilgerweg eine Route, die zurückgelegt wird von Pilgern, um einen religiösen Ort zu erreichen. In allen großen Religionen wie beispielsweise dem Christentum, dem Islam oder dem Buddhismus existieren Pilgerwege und wichtige Wallfahrtsorte.

Sie führen entweder zu religiös-historischen Städten wie Rom, Jerusalem, Santiago de Compostela. Einsiedeln oder Lourdes oder aber zu Landschaftspunkten, z. B. einem Berg, einer Quelle oder ein anderes Heiligtum. An einer solchen Stationen wird inne gehalten, in sich gekehrt mit Gott gesprochen, gemeinschaftlich Gebete gesprochen oder auch teilgenommen an einem Gottesdienst. Das Motto einer Pilgerreise lautet „Der Weg ist das Ziel – Das Ziel ist der Weg“, es verweist darauf, dass nicht nur der Aufenthalt am späteren religiösen Ziel wichtig ist, sondern die Pilgergruppe bereits während seiner oft beschwerlichen Reise Gott nahe ist. Pilgern bedeutet heute wie im Mittelalter Abenteuer und Tradition. Pilger reisen und reisten hauptsächlich in Gruppen von 10-20 Menschen, oft orientierte sich die Mitgliederzahl einer Pilgergruppe auch an einer heiligen Zahl. Sinn des Reisens innerhalb einer Gruppe war neben der Sicherheit die gegenseitige Motivation und Unterstützung. Meist fremde Menschen mussten gerade im Mittelalter oft monatelang miteinander essen, auf engstem Raum nebeneinander schlafen, gemeinsam beten.

Jakobsweg in Spanien

Der ins spanische Santiago de Compostela führende spanische Jakobsweg ist der größte und bekannteste Pilgerweg der Welt. Er führt von zahlreichen europäischen Großstädten aber auch kleinen Ortschaften über ein verzweigtes Wegnetz quer durch ganz Europa und endet am Grab des Heiligen Jakobus, welches sich in der Kathedrale von Santiago de Compostela befindet. Jakobus gilt auch heute noch als Schutzpatron der Pilger. Ein weiterer wichtiger und sehr alter Pilgerweg ist der Via Francigena. Er führt vom englischen Canterbury über Deutschland und die Schweiz nach Rom. Beide dieser wichtigen Pilgerwege verfügen außerdem über eine Anknüpfung nach Jerusalem. Zusammen bilden diese Wege ein großes Hauptnetz in ganz Europa, das Verbindungen zwischen allen möglichen Städten und Orten ermöglicht. Die Erforschung der europäischen Pilgerwege ist dennoch nicht abgeschlossen. Auch heute noch werden die unterschiedlichen Wegnetze erforscht. Dies erfolgt in Deutschland hauptsächlich durch den Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft e.V., ein rund 20 Jahre alter Verein, der in Aachen gegründet wurde und überregional fungiert. Neben mittelalterlichen Pilgerwegen werden aber auch immer wieder neu angelegte Pilgerwege erschaffen, wie der „via nova“. Dieser wurde im Juli 2004 eingeweiht und obwohl er kein festes Ziel hat, sondern lediglich fünf verschiedene Teilstücke, ist eine Erweiterung dieses Pilgerweges geplant.