Familienpflegezeit

Berufstätige sollen es durch die Familienpflegezeit leichter haben, pflegebedürftige Angehörige im häuslichen Umfeld zu betreuen. Nach dem angedachten Gesetz zur Familienpflegezeit können Berufstätige ihre wöchentliche Arbeitszeit zwei Jahre lang (Maximum) auf einen Mindestumfang von 15 Stunden verringern, um dadurch die Möglichkeit zu erhalten, ihre Angehörige zu pflegen.


Familienpflegezeitgesetz

Das Familienpflegzeitgesetz schafft Arbeitszeitmodelle, welche die Vereinbarkeit der Erwerbstätigkeit mit der Pflege ermöglichen. Die Familienpflegezeit sieht eine Verminderung der wöchentlichen Arbeitszeit bis zu einem Mindestumfang von 15 Stunden vor. Dies ist für zwei Jahre möglich. Während dieser Zeit kann ein pflegebedürftiger naher Angehöriger gepflegt werden. Der Arbeitgeber stockt dabei das Arbeitsentgelt um die Hälfte der Differenz zwischen dem bisherigen Gehalt und dem sich durch die Arbeitszeitreduzierung ergebenden geringeren Gehalt auf. Diese finanzielle Last kann der Unternehmer mittels eines zinslosen Bundesdarlehens finanzieren.

Versicherung

Die Rückzahlung des Darlehens, dass durch das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) ausgezahlt wird, wird derart gestaltet, dass der Beschäftigte nach Ablauf der Familienpflegezeit, der Pflegephase, so lange Vollzeit zum geringeren Gehalt arbeiten, bis das Darlehen abbezahlt ist. Natürlich besteht ein Ausfallrisiko, wenn der Arbeitnehmer stirbt oder vorzeitig aus dem Betrieb austritt. Dieses Risiko wird jedoch durch eine Familienpflegezeit-Versicherung abgesichert.

Dauer

Hintergrund des Gesetzes zur Familienpflegezeit ist der Wunsch des Großteils der Bevölkerung, die Verantwortung für pflegebedürftige Eltern oder Lebenspartner durch eigene Pflege zu übernehmen als diese dem Staat oder einem Pflegeheim Heim zu übergeben. Nach einer Umfrage sind es 65 Prozent der Berufstätigen die sich wünschen, dass Angehörige durch Familienmitglieder gepflegt werden können.

Für die Dauer von 2 Jahren kann nunmehr die Framilienpflegezeit in Anspruch genommen werden.

Anspruch

Einen rechtlichen Anspruch auf Familienpflegezeit wird es jedoch nicht geben. Das bedeutet, dass die Pflegezeit nur in Absprache und mit Einwilligung des Arbeitgebers genommen werden kann. Das wird von vielen Sozialverbänden als großes Manko angesehen.

Rechner

Die Berechnung der Familienpflegezeit, d.h. des Aufstockungsentgelts geschieht nach einer einfachen Formel, die wir anhand eines Rechners darstellen.

Abgrenzung zur Pflegezeit

Die Familienpflegezeit muss von der Pflegezeit nach dem Pflegezeitgesetz von 2008 abgegrenzt werden. Auf die "alte" Pflegezeit besteht ein Rechtsanspruch. Ein Arbeitnehmer kann hier bis zu maximal 6 Monate von seinem Arbeitsplatz fernbleiben, um Angehörige zu pflegen. Allerdings bekommt er sein Gehalt nicht weiter bezahlt.